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Rapsöle im FEINSCHMECKER-Test
Nicht nur am Mittelmeer wird gesundes, delikates Öl gepresst, auch in Deutschland: aus Rapssaat! Dank des Aufschwungs der Regionalküche wird das mild aromatische und äußerst gesunde Öl immer beliebter. „Pflanzenöl“ ist zum Glück aus der Mode gekommen. Vorbei sind die Zeiten, da eine Flasche anonymen Fetts in der Küche das Allzweckmittel zum Anbraten, Backen und Anrühren von Vinaigrette war. Längst gehört es zum guten Ton, zum Beispiel mehrere hochwertige Olivenöle zu verwenden, darüber zu fachsimpeln und sie auch am Tisch zu präsentieren. Rapsöl dagegen ist noch nicht trendy; wer sich zu ihm bekennt, muss eher mit spöttischen Kommentaren rechnen wie: „Das ist doch Autotreibstoff.“ Zu Unrecht – denn Rapsöl hat das Zeug, sich durchzusetzen, weil es als regionales Produkt perfekt zur Wiederentdeckung der deutschen Küche passt. Außerdem ist es, kalt gepresst, ebenso bekömmlich wie Olivenöl, sein Fettsäurenmix bringt Mediziner zum Schwärmen. Es senkt durch 70 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren schädliches Cholesterin, es punktet gegenüber Olivenöl mit Omega-3-Fettsäuren, die sonst nur in Leinöl oder Seefisch zu finden sind. Die tun Herz, Kreislauf und Blutdruck gut und wirken Diabetes entgegen. Vor allem aber ist kalt gepresstes Rapsöl eine, jawohl, Köstlichkeit, die Gourmets noch überraschen kann. Die langsam ausgequetschten Rapskerne ergeben ein delikat nussiges Öl mit dezenten Noten von Sprossen, Erbsenschoten, Mandeln und Pinienkernen. Es kann überall dort sehr gut eingesetzt werden, wo Olivenöl mit dem Gericht nicht so gut harmoniert oder zu intensiv wirkt. Christoph Rüffer etwa, Chefkoch des Restaurants „Haerlin“ im Hamburger „Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten“, brät Fleisch stets in Rapsöl: „Mir gefällt dabei der milde, buttrige Geschmack besser als der von Olivenöl.“ Ebenso verfährt Jörg Sackmann in Baiersbronn. Noch entschiedener für Rapsöl ficht ihr Kollege Robert Stolz, Chef des gleichnamigen Restaurants im holsteinischen Plön. „Ich verwende nur Butter und Rapsöl in meiner Küche“, sagt Stolz, „Olivenöl nehme ich schon seit zehn Jahren nicht mehr: Rapsöl ist ein tolles Produkt aus der Nachbarschaft, das viel besser zu meiner Regionalküche passt. Ich nutze es zum Braten von Fisch und Fleisch, zum Garen von Gemüse oder kalt als Salatdressing. Es schmeckt buttrig, mild und ohne Säure.“ Unsere Besten: Auch die FEINSCHMECKER-Redaktion möchten kalt gepresstes Rapsöl als Top-Produkt bekannter machen. Gemeinsam mit Experten der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft in Frankfurt (DGF) hat DER FEINSCHMECKER native Rapsöle aus Deutschland sensorisch geprüft. Die besten Produzenten erhalten ein Siegel, die DGF-Rapsöl-Medaille, die von DGF und DER FEINSCHMECKER gemeinsam vergeben wird. Eine vollständige Liste der besten Rapsöle finden finden Sie hier.
Den Favoriten der Redaktion, das Gourmet-Rapsöl von der Ölmühle Haubern, können Sie hier bestellen.
Tipps für die Praxis:
Rapsöl kann wie Olivenöl heiß und kalt verwendet werden; kalt bleibt sein Charakter am besten erhalten. Das Öl lässt sich bis auf etwa 200 Grad Celsius erhitzen. In der Küche harmoniert es vor allem mit Salaten, Geflügel und Rindfleisch; es nimmt sehr gut Kräuter aromen auf. Robert Stolz empfiehlt es zu Gurken-Apfel-Salat mit Ingwer, Nils Henkel („Schlosshotel Lerbach“, Bergisch Gladbach) nutzt es zum Beispiel als Basis für ein Püree von Salatund Kresseblättern. Rapsöl immer dunkel und kühl aufbewahren. Es ist ratsam, angebrochene Flaschen innerhalb von sechs Monaten zu verbrauchen. Den vollständigen Artikel finden Sie in DER FEINSCHMECKER 09/2011 © DER FEINSCHMECKER
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